Welche E-Scooter sind schon heute „2027-ready“?
Am 19. Dezember 2025 hat der Bundesrat der umfassenden Reform der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) zugestimmt. Ziel dieser Novelle ist es, die Sicherheit zu erhöhen und die Regeln für eScooter stärker an die von Fahrrädern anzupassen.
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Obwohl die neuen technischen Pflichten (wie die Blinkerpflicht) offiziell erst nach einer Übergangsfrist ab Anfang 2027 für Neuzulassungen bindend werden, gibt es bereits jetzt Modelle, die diese Standards vollumfänglich erfüllen und somit als besonders zukunftssicher gelten.
Hier ist eine Auflistung von eScootern, die die neuen Anforderungen bereits heute berücksichtigen:
| Modell | Blinker | Reichweite | Gewicht | Preis ca. |
|---|---|---|---|---|
| Xiaomi 4 Pro (2. Gen) Preistipp400 W · Trommel + E-ABS · leichter Stadt-Scooter | ✓ integriert | bis 60 km | 19,0 kg | ab 550 € |
| VMAX VX2 Pro500 W · Trommel + Rekuperation · leicht & alltagstauglich | ✓ integriert | 35–60 km | 19,6–20,4 kg | 599–799 € |
| Segway MAX G2 D450 W · Trommel + E-ABS · der Bestseller | ✓ integriert | bis 70 km | 24,3 kg | ab 680 € |
| Slidefox NT Reichweiten-Tipp500 W · 2× Scheibe + Motorbremse · viel Strecke fürs Geld | ✓ 4 Blinker | bis 90 km | 26,4 kg | 749–799 € |
| VMAX VX4500 W · Trommel + Motorbremse · Langstrecken-Allrounder | ✓ integriert | 55–100 km | 28,6 kg | 1.199–1.499 € |
| IO Hawk Elite X 2.02× Nabenmotor · 2× Hydraulik + eBrake · robuster Dauerläufer | ✓ integriert | bis 100 km | ca. 39 kg | ab 1.599 € |
| Egret GT Premium500 W · 2× Hydraulik 160 mm · beste Bremsen im Feld | ✓ integriert | 75–100 km | 32–33 kg | 1.599–1.899 € |
| Trittbrett Hilde500 W gedrosselt · 2× Hydraulik + E-ABS · Kellermann-Blinker | ✓ integriert | bis 45 km | ca. 40 kg | 2.199 € |
Alle Angaben sind Herstellerangaben, Stand 12.08.2026. Reichweiten gelten für 75 kg Fahrergewicht, ebene Strecke und warmen Akku – im Alltag sind realistisch 55–70 % davon zu erwarten. Preise sind Momentaufnahmen und können beim Händler abweichen; maßgeblich ist der Preis im Shop. Beim IO Hawk Elite X 2.0 liegen zur Nenndauerleistung widersprüchliche Herstellerangaben vor, deshalb führen wir dort nur die Bauart auf.
1. Premium-Klasse (Höchste Sicherheitsstandards)
Diese Modelle verfügen über integrierte Blinker vorne und hinten sowie fortschrittliche Bremssysteme, die den neuen Anforderungen an die Fahrstabilität entsprechen.
- Egret GT & Egret X+: Diese Modelle des Hamburger Herstellers setzen Maßstäbe bei der Beleuchtung. Sie haben fest integrierte, zertifizierte Blinker und eine überdurchschnittliche Bremsleistung durch hydraulische Scheibenbremsen.
- IO Hawk Elite X 2.0 / Phoenix: Bekannt für ihre Robustheit, bieten diese Scooter nicht nur Blinker, sondern auch ein Fahrwerk, das die von der Novelle geforderte erhöhte Fahrdynamik-Sicherheit (Stabilität bei Bodenwellen) locker erfüllt.
- Trittbrett Hilde: Ein High-End-Scooter mit Blinkern von Kellermann, die zu den hellsten am Markt gehören und die Sichtbarkeit beim Abbiegen massiv erhöhen.
2. Allrounder & Mittelklasse
Diese Scooter sind ideal für Pendler und erfüllen die neuen Regeln hinsichtlich der Anzeige der Fahrtrichtung und der technischen Zuverlässigkeit.
- Ninebot Segway Max G2 D: Einer der meistverkauften Scooter weltweit. Er hat bereits integrierte Blinker im Lenker und erfüllt alle Kriterien der novellierten eKFV (inkl. Doppeltrommelbremse/elektronischer Bremse).
- VMAX VX2 Pro / VX4: Der Schweizer Hersteller rüstet seine “Pro”-Modelle standardmäßig mit Blinkern aus. Zudem punkten sie durch eine sehr präzise Beschleunigungskontrolle.
- Slidefox NT: Ein leistungsstarker Allrounder, der bereits ab Werk mit einem kompletten Blinkersystem ausgestattet ist.
3. Preis-Leistungs-Tipp
Modelle, die erschwinglich sind, aber dennoch nicht an der Sicherheit (Blinker & Bremsen) sparen.
- Xiaomi Electric Scooter 4 Pro (Gen 2): Xiaomi hat bei der zweiten Generation des “Pro” Blinker direkt in die Lenkerenden integriert, um den europäischen Sicherheitswünschen (und nun Gesetzen) nachzukommen.
- Trittbrett Sultan: Ein kompakterer Scooter, der dennoch das volle Sicherheitspaket inklusive Blinkern bietet.
Was hat sich am 19.12.2025 genau geändert?
Die wichtigsten Punkte der Gesetzesänderung im Überblick:
| Thema | Neue Regelung |
| Blinkerpflicht | Neue Modelle müssen ab 2027 Blinker haben. (Bestandsmodelle haben Bestandsschutz). |
| Grünpfeil | eScooter dürfen nun wie Fahrräder an roten Ampeln mit Grünpfeilschild rechts abbiegen. |
| Parken | Kommunen erhalten mehr Möglichkeiten, das Abstellen (besonders von Leih-Scootern) strenger zu regeln. |
| Haftung | Einführung der Gefährdungshaftung (ähnlich wie bei PKW) – der Halter haftet stärker bei Unfällen. |
| Beschilderung | Schilder wie „Radverkehr frei“ gelten künftig automatisch auch für eScooter. |
Warum ein Modell mit Blinkern jetzt schon sinnvoll ist
Auch wenn für alte Scooter ohne Blinker ein Bestandsschutz gilt, ist der Kauf eines konformen Modells ratsam:
- Sicherheit: Handzeichen geben bei 20 km/h auf kleinen Reifen ist instabil und gefährlich.
- Wiederverkaufswert: Scooter ohne Blinker werden ab 2027 deutlich schwerer zu verkaufen sein.
- Akzeptanz: Mit Blinkern werden Sie von Autofahrern eher als vollwertiger Verkehrsteilnehmer wahrgenommen.
Was heißt „2027-ready” überhaupt?
Die eKFV-Novelle verlangt ab 2027 für neu zugelassene E-Scooter integrierte Blinker sowie verschärfte Akku- und Stabilitätsprüfungen. Ein Modell ist damit „2027-ready”, wenn es diese Anforderungen schon heute ab Werk erfüllt – und du es entsprechend länger fahren und besser weiterverkaufen kannst.
Dein aktueller Scooter bleibt legal. Es gibt keine Nachrüstpflicht für Fahrzeuge mit bestehender Betriebserlaubnis. Relevant wird das Thema nur, wenn ohnehin ein Neukauf ansteht.
Häufige Fragen
Muss ich meinen alten E-Scooter 2027 nachrüsten?
Nein. Die Blinkerpflicht gilt nur für neu zugelassene Modelle. Scooter mit bestehender Betriebserlaubnis dürfen weiter gefahren werden – eine Nachrüstpflicht gibt es nicht.
Reichen nachgerüstete Blinker aus?
Für den Bestandsschutz brauchst du gar nichts nachzurüsten. Wer trotzdem nachrüstet, sollte auf bauartgenehmigte Teile achten – nur werkseitig verbaute, in der Betriebserlaubnis eingetragene Blinker erfüllen den Standard, den Neufahrzeuge ab 2027 mitbringen müssen.
Woran erkenne ich einen legalen E-Scooter?
An vier Dingen: gültige Allgemeine Betriebserlaubnis oder Einzelgenehmigung, aufgeklebtes Versicherungskennzeichen, vollständige Ausstattung mit zwei unabhängigen Bremsen, Klingel, Front- und Rücklicht sowie Rückstrahlern – und eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h.
Lohnt es sich, jetzt schon einen Scooter mit Blinker zu kaufen?
Wenn ohnehin ein Neukauf ansteht: ja. Modelle mit werkseitigem Blinker entsprechen bereits dem Standard ab 2027, sind im Straßenverkehr besser sichtbar und dürften beim Wiederverkauf stabiler im Wert liegen.
Wie wir bewerten
- Rechtssicherheit zuerst. In den Vergleich kommen nur Modelle mit gültiger ABE oder Einzelbetriebserlaubnis für Deutschland.
- Praxiswerte statt Prospekt. Herstellerreichweiten rechnen wir auf realistische 55–70 % herunter.
- Gewichtung. Sicherheit und Bremsen 30 %, Reichweite 25 %, Verarbeitung 20 %, Alltagstauglichkeit 15 %, Preis-Leistung 10 %.
- Keine bezahlten Platzierungen. Kein Hersteller kann sich eine Position kaufen. Mehr dazu in unserer Transparenz-Erklärung.
Passend dazu: Was sich mit der Novelle sonst noch ändert, steht in eKFV-Novelle beschlossen. Wie du einen zulassungsfähigen Scooter erkennst, erklärt Wie erkennst Du einen legalen E-Scooter. Und alles rund um Pflichtversicherung und Plakette findest du im Einsteiger-Guide zur E-Scooter-Versicherung.




