E-Scooter Versicherung für Einsteiger: Pflicht, Kosten, Kennzeichen, Ablauf

1) Schnellstart
Bevor du losfährst, klärst du in wenigen Minuten die wichtigsten Punkte – dann bist du rechtlich sicher unterwegs und vermeidest die typischen Anfängerfehler.
- Legal-Check: Hat dein E-Scooter eine ABE / Straßenzulassung? Ohne Zulassung darfst du nicht im öffentlichen Verkehr fahren.
- Pflicht erledigen: Du brauchst eine Haftpflichtversicherung – sie ist für E-Scooter verpflichtend.
- Kennzeichen dran: Nach dem Abschluss bekommst du die Versicherungsplakette und bringst sie hinten am Scooter an.
- Diebstahl einschätzen: Parkst du oft draußen oder in der Stadt? Dann kann Teilkasko (Diebstahl) sinnvoll sein – dazu später mehr.
- Termin merken: Zum 1. März startet das neue Versicherungsjahr – dann brauchst du jedes Jahr die neue Plakette.
2) In 2 Minuten verstanden: Was ist Pflicht, was optional?
Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Ohne Haftpflicht + gültige Plakette darfst du mit dem E-Scooter nicht im öffentlichen Straßenverkehr fahren.
Kurzüberblick
| Thema | Pflicht? | Worum geht’s? | Typisch relevant, wenn… |
|---|---|---|---|
| Haftpflichtversicherung | ✅ ja | Zahlt Schäden, die du anderen zufügst (Personen-, Sach-, Vermögensschäden). | Immer – sobald du draußen (Straße/Radweg) fahren willst. |
| Versicherungsplakette (Kennzeichen) | ✅ ja | Sichtbarer Nachweis, dass dein Scooter versichert ist (kleberbasiert, mit Sicherheitsmerkmalen). | Ebenfalls immer – ohne Plakette kein legaler Betrieb. |
| Teilkasko (z. B. Diebstahl) | ➕ optional | Schutz für deinen Scooter (z. B. Diebstahl – je nach Tarif auch mehr). | Wenn du oft draußen abstellst / höherer Anschaffungspreis. |
Pflicht 1: Haftpflichtversicherung (das Minimum, ohne das es nicht geht)
Was sie macht:
Die Haftpflicht ist dafür da, Dritte zu schützen – also Menschen und fremdes Eigentum, das durch dich (und deinen Scooter) zu Schaden kommt. Das ist bei E-Scootern gesetzlich vorgeschrieben.
Typische Beispiele, die die Haftpflicht abdeckt:
- Du touchierst ein parkendes Auto → Lackschaden, Reparaturkosten.
- Du nimmst jemandem die Vorfahrt → Person wird verletzt, Verdienstausfall, Behandlungskosten.
- Du beschädigst fremdes Eigentum → z. B. Schaufenster, Fahrrad, Handy.
Wichtig zu wissen: Haftpflicht heißt nicht „rundum sorglos“.
- Dein eigener Scooter ist damit in der Regel nicht abgesichert (z. B. Sturzschaden am Scooter).
- Deine eigenen Verletzungen sind normalerweise nicht automatisch abgedeckt (dafür wären z. B. Unfall-/Krankenversicherung relevant).
- Wenn du ohne gültigen Versicherungsschutz fährst, ist das nicht nur „ungünstig“, sondern kann ein Strafverfahren auslösen – und im Schadenfall zahlst du im Zweifel alles selbst.
Pflicht 2: Kennzeichen/Plakette (warum du sie brauchst – und was „neu“ bedeutet)
E-Scooter werden in Deutschland nicht wie Pkw bei einer Zulassungsstelle angemeldet. Stattdessen gilt: Betriebserlaubnis + Haftpflicht + Versicherungsplakette – das reicht, aber ohne diese drei wird’s schnell illegal.
Was ist die Plakette genau?
Bei E-Scootern ist das „Kennzeichen“ keine Blechtafel, sondern eine selbstklebende Versicherungsplakette. Sie ist speziell für Elektrokleinstfahrzeuge gedacht und enthält Sicherheitsmerkmale (u. a. Hologramm und Kennzeichnung als Elektrokleinstfahrzeug).
Warum gibt’s die überhaupt?
Die Plakette ist der sichtbare Versicherungsnachweis. Polizei/Ordnungsamt erkennen daran, ob dein Schutz aktuell ist – unter anderem, weil die Farbe jedes Jahr wechselt.
Wo kommt sie hin?
Sie wird hinten am Scooter angebracht (am Heckbereich). Rechtlich ist auch geregelt, dass sie an der Rückseite fest anzubringen und lesbar sein muss.
Wann brauchst du eine neue?
Das Versicherungsjahr läuft immer vom 1. März bis Ende Februar. Danach ist die alte Plakette nicht mehr gültig – selbst wenn du „eigentlich weiterfahren“ willst.
Für 2026 besonders wichtig:
Zum 1. März 2026 steht der nächste Wechsel an (Farbwechsel/Neuplakette). Wer danach noch mit der alten Farbe fährt, gilt als ohne gültigen Versicherungsschutz unterwegs.
Optional: Teilkasko (oft „Diebstahl-Schutz“) – was sie kann und was nicht
Die Haftpflicht schützt andere. Wenn du zusätzlich auch deinen eigenen Scooter schützen willst, kommt Teilkasko ins Spiel. Das ist freiwillig.
Wofür Teilkasko typischerweise gewählt wird:
- Diebstahl (Kernpunkt bei E-Scootern)
- je nach Anbieter/Tarif ggf. weitere Dinge (z. B. bestimmte Schäden am Akku/Elektronik) – Details unterscheiden sich stark.
Drei Dinge, auf die Einsteiger sofort achten sollten:
- Selbstbeteiligung (SB): Wie viel zahlst du im Schadenfall selbst?
- Erstattungslogik: Neuwert vs. Zeitwert – und wie lange ggf. Neuwert gilt.
- Sicherungsanforderungen: Manche Tarife erwarten, dass der Scooter „ordentlich“ gesichert war (z. B. Schloss/Abstellort-Regeln). (Das ist später im Diebstahl-Abschnitt wichtig.)
Mini-Entscheidungshilfe (ganz pragmatisch):
- Scooter steht fast immer drinnen + eher günstiges Modell → oft reicht Haftpflicht.
- Scooter steht regelmäßig draußen (Bahnhof, Innenstadt, Uni, Arbeit) oder war teuer → Teilkasko/Diebstahl lohnt sich häufig als „Nervenversicherung“.
Im nächsten Abschnitt (Kosten) zeige ich dir, welche Preisfaktoren dahinterstecken und wie du zwischen „Einsteiger-Paket“ und „Diebstahl-Fokus“ sauber entscheidest.
3) Voraussetzungen: Ist dein Scooter überhaupt legal?
Bevor du überhaupt über Versicherung nachdenkst, kommt der wichtigste Check: Darf dein E-Scooter in Deutschland im öffentlichen Straßenverkehr fahren? Denn versicherbar (und legal nutzbar) sind nur Modelle, die als Elektrokleinstfahrzeug nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) zugelassen sind.
3.1 Betriebserlaubnis / Straßenzulassung – kurz und verständlich
Ein E-Scooter ist in Deutschland nur dann „straßenzugelassen“, wenn er die Grundanforderungen der eKFV erfüllt. Dazu gehören vor allem:
- Lenk- oder Haltestange (klassischer Tretroller mit Lenker – nicht Hoverboard & Co.).
- Bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit zwischen 6 und 20 km/h – schneller als 20 km/h ist für die Zulassung im öffentlichen Verkehr nicht vorgesehen.
- Leistungsgrenze (grundsätzlich max. 500 Watt; Ausnahmen gelten nur für selbstbalancierende Fahrzeuge).
- Verkehrssichere Ausstattung (u. a. Mindestanforderungen an Brems- und Lichtsysteme).
- Und ganz entscheidend: Der Scooter muss eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder Einzelbetriebserlaubnis haben und eine gültige Versicherungsplakette führen.
3.2 So erkennst du in 30 Sekunden, ob ein Modell „Deutschland-legal“ ist
Der schnellste Praxis-Check ist das Typenschild am Scooter:
- Ein zugelassenes Modell hat ein Typenschild am Fahrzeug. Fehlt es, solltest du vom Kauf für den Straßenverkehr absehen.
- Das Typenschild ist das Signal: Dieses Modell hat eine ABE und erfüllt die Kriterien der Verordnung.
Wenn du beim Kauf (neu oder gebraucht) keinen klaren Nachweis bekommst, dass das Modell eine ABE/zulässige Betriebserlaubnis hat: lieber nicht kaufen – „nachträglich zulassen“ ist in der Praxis oft kompliziert oder scheitert daran, dass das Modell die Anforderungen nicht erfüllt.
3.3 Typische Warnzeichen bei Billigimporten oder „ohne ABE“
Diese Hinweise sind in der Praxis die größten roten Flaggen:
- „25 km/h“, „30 km/h“, „35 km/h“ in der Produktbeschreibung (oder per App „entsperrbar“): Für den öffentlichen Verkehr ist eine Zulassung oberhalb 20 km/h nicht vorgesehen.
- Kein Typenschild / keine klare ABE-Info (oder Verkäufer weicht aus): Ohne Typenschild/ABE solltest du für Straßenverkehr nicht kaufen.
- Fehlende oder fragwürdige Beleuchtung: Für den Straßenverkehr muss der Scooter vorne und hinten funktionierendes Licht haben.
- Wording wie „nur Privatgelände“, „Offroad-Scooter“, „nicht für Deutschland zugelassen“: Das ist oft ein indirektes Eingeständnis, dass die eKFV-Voraussetzungen nicht erfüllt sind.
- „Hoverboard / E-Skateboard / Airwheel“ statt E-Scooter mit Lenker: Diese fallen nicht (oder nicht automatisch) unter die E-Scooter-Regeln.
3.4 Wenn du schon einen Scooter hast (oder gebraucht kaufen willst)
Gebrauchtkauf-Mini-Check:
- Typenschild vorhanden und lesbar? (Wenn nein: Finger weg.)
- Ist das Modell auf 20 km/h ausgelegt (nicht „freigeschaltet“/getunt)? Schnellere Fahrzeuge sind für den öffentlichen Verkehr nicht vorgesehen.
- Licht vorne/hinten funktioniert? (Spart Ärger und ist Teil der Verkehrstauglichkeit.)
4) Schritt-für-Schritt: So bekommst du Versicherung + Kennzeichen
Du brauchst am Ende zwei Dinge: (1) eine Haftpflichtpolice und (2) die Versicherungsplakette, die hinten am Scooter klebt. Ohne gültige Plakette darfst du nicht losfahren.
Schritt 1: Daten sammeln (Scooter + Person + ggf. ABE)
Je besser du vorbereitet bist, desto schneller ist der Abschluss durch. Versicherer fragen typischerweise nach:
A) Deine Daten (Versicherungsnehmer)
- Name, Anschrift, Geburtsdatum
- Kontakt (E-Mail/Telefon)
- Zahlungsart (oft IBAN/Bankverbindung für SEPA)
B) Scooter-Daten
- Hersteller/Modell
- Nummer der ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis)
- Fahrzeug-Identifikationsnummer (steht in der Regel am Typenschild)
C) Startdatum
- Wenn du sofort fahren willst: Start „ab heute/sofort“ auswählen (je nach Anbieter möglich).
- Wenn du „vorausplanst“: Start passend zum Versicherungsjahr wählen (läuft immer bis Ende Februar).
Schritt 2: Tarif wählen (Haftpflicht vs. Haftpflicht + Teilkasko)
Jetzt entscheidest du, wie viel Schutz du willst:
1) Haftpflicht (Pflicht)
- Deckt Schäden ab, die du anderen zufügst (das Minimum, ohne das es nicht geht).
2) Optional: Teilkasko (oft mit Diebstahl)
- Sinnvoll, wenn du häufig draußen abstellst oder dein Scooter teurer war.
- Achte beim Vergleich besonders auf:
- Selbstbeteiligung (wie viel du im Schadenfall selbst zahlst)
- Erstattung (Neuwert vs. Zeitwert – je nach Bedingungen)
- Anforderungen beim Abstellen/Sichern (z. B. Schloss/Ort)
(Im Abschnitt 6 gehen wir das Thema „Teilkasko & Diebstahl“ sauber durch.)
Schritt 3: Abschluss (online) + Kennzeichen erhalten
So läuft’s praktisch ab:
- Antrag online ausfüllen (Daten aus Schritt 1)
- Tarif auswählen, bezahlen
- Du bekommst sofort deine Unterlagen digital (je nach Anbieter) – die Plakette kommt anschließend per Post oder über die Agentur/Filiale. (Abläufe unterscheiden sich je nach Versicherer.)
Wichtig: Fahren erst, wenn die Plakette wirklich am Scooter ist – sie ist der sichtbare Versicherungsnachweis.
Noch ein Punkt, der viele überrascht:
Auch wenn du „mitten im Jahr“ abschließt, gilt die Police trotzdem nur bis Ende Februar des laufenden Versicherungsjahres.
Schritt 4: Plakette richtig anbringen + Unterlagen aufbewahren
Die Versicherungsplakette ist selbstklebend und wird hinten am Scooter angebracht.
So klebst du sie sauber (und ohne Ärger) auf:
- Stelle auswählen: möglichst flach und gut sichtbar
- Fläche reinigen: Schmutz/Fett entfernen, danach trocknen
- Plakette aufbringen: vorsichtig, Blasen vermeiden
- Feststreichen: komplett andrücken
Ganz entscheidend:
Die Plakette nicht mehr abziehen, bevor das Versicherungsjahr endet – sonst kann der Versicherungsschutz erlöschen.
Falls du zusätzlich einen Dokumentationsteil/QR-Code bekommst:
Der wird nicht aufgeklebt, sondern bleibt bei deinen Unterlagen.
Mini-Check am Ende (30 Sekunden)
- ✅ Haftpflicht abgeschlossen
- ✅ Plakette angekommen und hinten angebracht
- ✅ Unterlagen gespeichert (PDF auf dem Handy + Backup)
- ✅ Stichtag gemerkt: 1. März = neues Versicherungsjahr / neue Plakette
5) Kosten verstehen: Wovon hängt der Preis ab?
Bei der E-Scooter-Versicherung wirkt der Preis auf den ersten Blick oft verwirrend, weil du fast überall „ab X €“ liest. Der Trick dahinter: Das Versicherungsjahr läuft immer vom 1. März bis Ende Februar – und viele Anbieter rechnen den Beitrag anteilig nach den Monaten, die im Verkehrsjahr noch übrig sind.
Heißt: Im März bezahlst du (nahezu) für die volle Saison, im Dezember/Januar nur noch für ein paar Monate.
5.1 Haftpflicht vs. Teilkasko: der größte Preishebel
Haftpflicht (Pflicht) ist die Basis und meist deutlich günstiger.
Teilkasko (optional) kostet extra – dafür schützt sie (je nach Tarif) deinen Scooter z. B. bei Diebstahl, Brand, Naturgefahren usw.
Ein realistisches Gefühl für Größenordnungen (Beispiele aus dem Verkehrsjahr 2025/2026, Start ab 1. März):
- Haftpflicht: z. B. 25 € (ab 23 Jahre) bei der VGH oder 31 € (ab 25 Jahre) bei der Allianz
- Haftpflicht + Teilkasko: z. B. 54 € bei der Allianz (mit 150 € Selbstbeteiligung)
Merke: Teilkasko ist oft nicht „doppelt so teuer“, aber sie ist der Bereich, in dem sich Tarife am stärksten unterscheiden.
5.2 Die 4 Faktoren, die deinen Preis wirklich bestimmen
Die wichtigsten Stellschrauben werden von Verbraucherstellen und Vergleichsportalen ziemlich konsistent genannt: Alter, Versicherungsumfang, Versicherungsbeginn, plus je nach Tarif Deckung/Details.
1) Alter des jüngsten Fahrers
Viele Versicherer rechnen nach dem jüngsten Fahrer, der den Scooter nutzen darf. Jüngere Fahrer werden oft teurer eingestuft.
Konkretes Beispiel: VGH nennt 35 € Haftpflicht, wenn der jüngste Nutzer unter 23 ist – und 25 €, wenn er ab 23 ist (jeweils ab 1. März 2025).
Praxis-Tipp: Wenn du den Scooter auch Freunden/Familie gibst: Der jüngste Fahrer entscheidet den Preis – nicht dein Alter.
2) Versicherungsbeginn (Monat) – der „ab X €“-Effekt
Weil das Verkehrsjahr fix endet (Ende Februar), wird der Beitrag häufig anteilig berechnet.
Das erklärt krasse Tiefstpreise im Winter: CHECK24 zeigt z. B. Beispielrechnungen im 12/2025 mit einmaligen Beiträgen für nur 3 Monate Restlaufzeit.
Auch die Allianz beschreibt ausdrücklich, dass der Beitrag nach den verbleibenden Monaten im Versicherungsjahr berechnet wird.
Faustregel:
- Kauf/Versicherung im März → Preis wirkt höher, gilt aber für fast 12 Monate.
- Abschluss im Dezember/Januar → Preis wirkt super niedrig, gilt aber nur bis Ende Februar.
3) Versicherungsumfang (Haftpflicht vs. Haftpflicht+Teilkasko)
Klingt banal, ist aber der Hebel mit der größten Wirkung: Teilkasko kostet extra, bringt aber eben auch den Eigenschutz (z. B. Diebstahl).
Viele Teilkasko-Tarife arbeiten außerdem mit einer Selbstbeteiligung – häufig 150 € (z. B. Allianz, DEVK, CosmosDirekt/Dialog).
Für Einsteiger ist das wichtig: Eine Teilkasko kann günstig wirken – aber wenn der Schaden klein ist und die SB hoch, zahlst du trotzdem selbst.
4) Tarifdetails (Deckungssumme, Zusatzleistungen, Bedingungen)
Einige Anbieter lassen dich innerhalb der Haftpflicht oder Kasko Varianten wählen (z. B. Deckungssummen/Leistungsumfang). Vergleichsportale nennen „Deckungssumme“ explizit als Preisfaktor.
Zusatzthemen, die je nach Tarif den Preis beeinflussen können:
- Geltungsbereich (z. B. Ausland/EU) – im Zweifel prüfen, wenn du reisen willst.
- Diebstahl-/Abstellbedingungen (manche Tarife haben genaue Vorgaben, wie/wo abgeschlossen sein muss – das wirkt sich indirekt auf „günstig vs. gut“ aus).
5.3 Mini-Beispiele: „Einsteiger-Paket“ vs. „Diebstahl-Fokus“
Damit du ein Gefühl bekommst, wie sich Entscheidungen im Preis niederschlagen, hier zwei typische Setups (als Orientierung – keine allgemeingültigen Marktpreise):
A) Einsteiger-Paket (Pflicht + simpel)
- Haftpflicht ohne Schnickschnack
- sinnvoll, wenn der Scooter meist drinnen steht und eher günstig war
Beispielwerte (Verkehrsjahr 2025/2026): 25–31 € bei einzelnen Anbietern für Erwachsene-Fahrerkreise.
B) Diebstahl-Fokus (Pflicht + Teilkasko)
- Haftpflicht + Teilkasko, oft mit 150 € SB
- sinnvoll, wenn du regelmäßig draußen abstellst oder dein Scooter teurer war
Beispiel: Allianz nennt 54 € (Haftpflicht + Teilkasko, 150 € SB) für Fahrer:innen ab 25 (Verkehrsjahr 2025/2026).
5.4 Der wichtigste Kosten-Check vor dem Abschluss (damit du nicht „billig“ mit „gut“ verwechselst)
Wenn du Angebote vergleichst, stell dir diese 5 Fragen:
- Für welchen Zeitraum gilt der Preis wirklich? (März–Februar vs. Restlaufzeit)
- Wer ist der jüngste Fahrer, der fahren darf? (Preis kann springen)
- Ist Teilkasko drin – und was genau deckt sie ab? (Diebstahl? Brand? Naturgefahren?)
- Wie hoch ist die Selbstbeteiligung? (häufig 150 €)
- Gibt es Bedingungen fürs Abschließen/Abstellen? (z. B. „geeignetes Schloss“ / an festen Gegenstand)
6) Teilkasko & Diebstahl: Wann lohnt sich das wirklich?
Die Haftpflicht ist Pflicht – sie schützt andere. Wenn du auch deinen eigenen Scooter absichern willst (vor allem gegen Diebstahl), brauchst du Teilkasko.
Wann Teilkasko meist sinnvoll ist
Teilkasko lohnt sich oft, wenn mindestens zwei dieser Punkte zutreffen:
- Du stellst regelmäßig draußen ab (Bahnhof, Innenstadt, Uni, Arbeit).
- Dein Scooter war teurer (du würdest den Verlust nicht „einfach so“ schlucken).
- Du nutzt ihn häufig und willst nicht bei jeder Pause ein schlechtes Gefühl haben.
- Du willst neben Diebstahl auch Risiken wie Brand/Naturgefahren/Kurzschluss (je nach Tarif) mit abdecken.
Wann du dir Teilkasko oft sparen kannst
- Scooter steht fast immer drinnen (Wohnung, Büro, Keller, abschließbarer Raum).
- Günstiges Modell + seltene Nutzung + du könntest den Verlust finanziell gut auffangen.
- Hohe Selbstbeteiligung frisst den Nutzen (klassisch: 150 € sind bei vielen Tarifen üblich; manche liegen höher).
Pro/Contra – klar auf den Punkt
Vorteile
- Du bist gegen Diebstahl abgesichert (Haftpflicht reicht dafür nicht).
- Je nach Anbieter kommen weitere Dinge dazu (z. B. Brand, Naturgefahren, Kurzschluss).
Nachteile
- Extra-Beitrag + oft Selbstbeteiligung (häufig 150 €).
- Leistung hängt stark an Bedingungen (Abstellen, Sicherung, Nachweise).
Worauf Einsteiger bei Diebstahl-Teilkasko wirklich achten sollten
- Selbstbeteiligung (SB)
- Viele Tarife arbeiten mit 150 € SB (z. B. DEVK, CosmosDirekt, Gothaer, HUK).
- Es gibt auch Modelle/Varianten mit höherer SB (Beispiel: „die Bayerische“ nennt je nach Risiko unterschiedliche SB-Höhen).
- Was bekommst du ersetzt – Neuwert oder Zeitwert?
Das ist tarifabhängig. Manche Anbieter werben z. B. mit Neupreis-Regelungen für bestimmte Teile (z. B. Akku für 24 Monate bei R+V) – solche Details können den Unterschied machen. - Welche Sicherungsanforderungen gelten?
Einige Versicherer knüpfen Schutz an „Scooter war gesichert“ – etwa ausdrücklich „mit Schloss“.
Praktisch heißt das: Wenn du Teilkasko willst, plane Schloss + sauberes Anschließen direkt mit ein (Abschnitt 9). - Welche Nachweise brauchst du im Schadenfall?
Bei Diebstahl ist sehr häufig wichtig:
- sofort zur Polizei (Anzeige/Bestätigung)
- Schaden zeitnah beim Versicherer melden
Das wird z. B. auch in Versicherer-Ratgebern ausdrücklich erwähnt.
7) Kennzeichenwechsel: Der wichtigste Termin im Jahr
Der Stichtag ist jedes Jahr gleich: 1. März. Dann startet das neue Versicherungsjahr.
Was passiert am 1. März genau?
- Das alte Kennzeichen/der alte Sticker wird ungültig.
- Du brauchst das neue Versicherungskennzeichen (neue Farbe) – sonst fährst du faktisch ohne Versicherungsschutz.
Für 1. März 2026 ist der Wechsel besonders leicht zu erkennen: von Grün auf Schwarz.
Warum das nicht „nur ein Versehen“ ist
Wenn du nach dem Stichtag mit falscher Farbe fährst, gilt das als Fahren ohne gültigen Versicherungsschutz – und das kann strafrechtlich relevant werden. Der ADAC beschreibt dafür auch mögliche Strafen (bis hin zu Freiheitsstrafe oder Geldstrafe).
Wechsel-Checkliste (so machst du’s stressfrei)
4–6 Wochen vorher (Anfang/Mitte Februar)
- Check: Willst du nur Haftpflicht oder diesmal Teilkasko? (Diebstahl-Risiko neu bewerten)
- Daten bereitlegen: Modell/Hersteller, ABE/FIN, Versicherungsnehmer, Zahlungsart.
2–3 Wochen vorher
- Abschließen/bestellen, damit die Plakette sicher rechtzeitig da ist (Versandzeiten variieren).
Letzte Februar-Woche
- Plakette liegt bereit?
- Alte Plakette noch drauf? (Bis Ende Februar gültig – am 1. März dann wechseln.)
Am 1. März
- Neue Plakette kleben, Unterlagen speichern, fertig.
„Ich steige erst später im Jahr ein“ – was passiert dann?
Wenn du z. B. erst im Sommer kaufst, bekommst du trotzdem die Plakette für das laufende Versicherungsjahr (bis Ende Februar). Viele Anbieter rechnen dann anteilig nach verbleibenden Monaten.
8) Regeln für Einsteiger (kompakt, aber klar)
Hier sind die Regeln, die Einsteiger am häufigsten „aus Versehen“ falsch machen.
Wo darfst du fahren?
- Radwege, Radfahrstreifen, Fahrradstraßen: erlaubt.
- Wenn nichts davon da ist: auf die Fahrbahn ausweichen.
- Gehweg & Fußgängerzone: grundsätzlich verboten, außer es ist ausdrücklich freigegeben (Zusatzzeichen).
Mindestalter, Führerschein, Helm
- Mindestalter: 14 Jahre.
- Kein Führerschein nötig (keine Mofa-Prüfbescheinigung).
- Keine Helmpflicht, Helm wird aber empfohlen.
Alkohol – härter als viele denken
Für E-Scooter gelten Alkoholgrenzwerte wie bei Kraftfahrzeugen:
- 0,5 ‰ ist bereits relevant (Ordnungswidrigkeit),
- 0,0 ‰ gilt für Unter-21-Jährige und in der Probezeit,
- und schon ab 0,3 ‰ kann es bei Ausfallerscheinungen strafbar werden.
Zu zweit fahren?
Nein. Nur eine Person – auch wenn ihr zusammen „nicht so schwer“ seid.
Interner Link: Wo darf ich fahren? (mit Grafik „Radweg → Fahrbahn → nie Gehweg ohne Schild“)
9) Häufige Anfängerfehler (und wie du sie sofort vermeidest)
Fehler 1: Scooter ohne Straßenzulassung kaufen
Typisch: Billigimport, „25 km/h“, keine ABE/kein Typenschild. Ergebnis: Du darfst nicht legal fahren – und Versicherung wird schwierig bis unmöglich. (Abschnitt 3)
Fix: Vor Kauf: ABE/Typenschild/Modell-Check.
Fehler 2: „Hauptsache billig“ versichern und Diebstahl ignorieren
Haftpflicht kostet wenig – aber Diebstahl ist dann komplett dein Problem.
Fix: Wenn du oft draußen parkst: Teilkasko ernsthaft prüfen (Abschnitt 6).
Fehler 3: Kennzeichenwechsel verpassen
Ab 1. März ist die alte Farbe ungültig. Ab 1. März 2026 brauchst du schwarz.
Fix: Ende Februar als festen Termin einplanen (Abschnitt 7).
Fehler 4: Falsch fahren (Gehweg / Fußgängerzone)
Das passiert Einsteigern am häufigsten: „Sieht aus wie ein Tretroller, also Gehweg…“ – ist aber grundsätzlich falsch.
Fix: Radweg → sonst Fahrbahn → Gehweg nur mit Freigabe-Schild.
Fehler 5: Schlechte Schlösser / falsches Abstellen
Ein billiges Kabelschloss ist in vielen Gegenden eher Deko. Und bei Teilkasko kann wichtig sein, dass der Scooter wirklich gesichert war (z. B. „mit Schloss“).
Fix: U-Lock oder massives Faltschloss + immer an festen Gegenstand.
Interne Links (später):
- Legale E-Scooter erkennen
- Teilkasko Diebstahl lohnt sich?
- Kennzeichenwechsel 2026
- Wo darf ich fahren?
10) Anbieter-/Tarif-Vergleich + Empfehlung (Affiliate-Bereich)
Wichtig: Der „beste“ Tarif hängt fast immer an deinem Profil: Abstellen, Diebstahlrisiko, Alter (jüngster Fahrer), und ob du nur Pflichtschutz oder zusätzlich Teilkasko willst.
Vergleichstabelle (Beispiel-Aufbau, 9 Optionen)
Hinweis: Beiträge ändern sich je nach Versicherungsjahr/Alter/Startmonat. Viele Anbieter rechnen anteilig nach Restlaufzeit.
| Anbieter | Haftpflicht | Teilkasko möglich | Typische SB Teilkasko | 1–2 Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Allianz | ✅ | ✅ | (tarifabhängig) | Kennzeichen/Plakette als Klebesticker, Versicherungsjahr 1.3.–Ende Feb wird erklärt. |
| HUK | ✅ | ✅ | 150 € | Teilkasko inkl. Diebstahl/Raub/Brand genannt; SB 150 €. |
| Gothaer | ✅ | ✅ | 150 € | Teilkasko-Option mit 150 € SB; Plakette notwendig. |
| CosmosDirekt | ✅ | ✅ | 150 € | Teilkasko 150 € SB; Plakette kommt per Post. |
| DEVK | ✅ | ✅ | 150 € | Teilkasko „Kombischutz“ mit 150 € SB wird genannt. |
| R+V | ✅ | ✅ | (tarifabhängig) | Teilkasko u. a. Diebstahl/Kurzschluss; Akku-Neupreis 24 Monate (laut R+V). |
| Zurich | ✅ | (ja) | (tarifabhängig) | Hinweis auf jährlichen Farbwechsel/aktuelles Kennzeichen. |
| Versicherungskammer Bayern (VKB) | ✅ | ✅ | (tarifabhängig) | Teilkasko gegen Diebstahl/Vandalismus etc. beworben; Preisfaktoren erklärt. |
| die Bayerische | ✅ | ✅ | teils 150/300 € | Teilkasko je nach Ereignis mit unterschiedlicher SB erwähnt. |
Für wen passt was? (3 einfache Nutzer-Typen)
1) „Sparfuchs“ (Pflicht, fertig)
- Scooter meist drinnen, wenig Großstadt-Parken
- Empfehlung: Haftpflicht + gutes Schloss trotzdem (weil Alltag).
- Ziel: niedrig, unkompliziert.
2) „Diebstahl-sicher“ (viel draußen, Stadt, teuerer Scooter)
- Empfehlung: Haftpflicht + Teilkasko (Diebstahl)
- Achte extra auf: SB, Bedingungen zur Sicherung, Nachweise (Polizei/Anzeige).
3) „Allround“ (pendelt, will Ruhe, aber ohne Overkill)
- Empfehlung: Teilkasko nur, wenn Abstellrisiko real ist; sonst Haftpflicht
- Bonuspunkte, wenn der Anbieter klare Bedingungen + schnelle Abwicklung hat.
CTA: Jetzt Tarife vergleichen (Affiliate-Button/Link hier einfügen)
11) FAQ (Einsteigerfragen – kurz beantwortet)
1) Brauche ich einen Helm?
Nein, keine Helmpflicht – Helm wird aber empfohlen.
2) Darf jemand anderes meinen Scooter fahren?
Grundsätzlich möglich – aber klär, wer mitversichert ist bzw. wie der Tarif „Fahrerkreis“ regelt (oft zählt der jüngste Fahrer für den Beitrag).
3) Darf ich zu zweit fahren?
Nein, nur eine Person.
4) Wo darf ich fahren?
Radweg/Radfahrstreifen/Fahrradstraße – sonst Fahrbahn. Gehweg/Fußgängerzone nur mit ausdrücklicher Freigabe.
5) Ab welchem Alter darf man E-Scooter fahren?
Ab 14 Jahren.
6) Brauche ich einen Führerschein?
Nein.
7) Was gilt beim Alkohol?
0,5 ‰ relevant; unter 21/Probezeit 0,0 ‰; ab 0,3 ‰ mit Ausfallerscheinungen kann es strafbar sein.
8) Was passiert, wenn ich ohne gültige Plakette fahre?
Du bist faktisch ohne Versicherungsschutz unterwegs; das kann strafrechtliche Folgen haben.
9) Wann muss ich das Kennzeichen wechseln?
Jedes Jahr zum 1. März. Für 2026: Wechsel auf schwarz.
10) Kann ich mitten im Jahr wechseln?
Du kannst grundsätzlich neu abschließen; die Laufzeit endet trotzdem meist Ende Februar (Versicherungsjahr) und Beiträge werden oft anteilig berechnet.
11) Zahlt die Haftpflicht bei Diebstahl?
Nein – dafür brauchst du Teilkasko.
12) Was muss ich tun, wenn der Scooter geklaut wurde?
Polizei informieren/Anzeige erstatten und den Schaden beim Versicherer melden; viele Versicherer verlangen eine Verlustmeldung.
13) Darf ich den Scooter im ÖPNV mitnehmen?
Das kann je nach Verkehrsunternehmen geregelt sein; das Ministerium kann nicht verpflichten, Details hängen von den Beförderungsbedingungen ab.
14) Was ist mit „Gegenstände am Trittbrett/Lenker“?
Es ist untersagt, wenn dadurch sichere Fahrzeugführung/Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird.
15) Was, wenn mein Versicherungskennzeichen gestohlen wird?
Bei manchen Anbietern: Polizei anzeigen, dann Ersatz über den Versicherer anfordern (Beispiel Gothaer beschreibt das Vorgehen).